Archiv des Autors: Maria Exner

Die Farben des Sommers

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Endlich ist der Sommer da, und mit ihm haben kräftige Farben auf der Trockenmauer Einzug gehalten: Blau und Pink dominieren.  Der Natternkopf (Echium vulgare) und die Karthäusernelke  (Dianthus carthusianorum) haben sich zu großen Beständen entwickelt und sind von Insekten umschwärmt.

P1060488      Die  Karthäusernelke  fehlte früher in keinem Klostergarten, daher wohl auch der Name. Sie soll gegen Rheuma angewendet worden sein, wahrscheinlich hat sie aber auch damals schon durch ihre auffällige Schönheit für ihre Verbreitung gesorgt. Während ihre engen Blütenkelche nur Faltern mit ihren langen Rüsseln Zutritt zum Nektar gewähren, sind die Blüten des Natternkopfes von Bienen umschwärmt.

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Es gibt eine Wildbiene, die als Proviant für ihre Larven ausschließlich den Pollen vom Natternkopf verwendet: die Glänzende Natternkopf-Mauerbiene (Osmia adunca). Sie ist also sehr dankbar für alle Natternkopfpflanzen, die inzwischen auch an vielen Freiflächen in der Stadt auftauchen.  Man erkennt die Weibchen gut an den weißen Binden am Hinterleib. Diese fehlen den Männchen, die aber dadurch auffallen, dass sie sich vor den Natternkopfblüten und den anfliegenden Weibchen gegenseitig wegzustoßen versuchen.

Neben den großen unübersehbaren Karthäusernelken  beherbergt die Trockenmauer eine andere interessante Nelkenart, die Pechnelke ( Lychnis viscaria).  Sie ist nicht das Gegenstück zum Glücksklee, sondern ihr Name bezieht sich auf den dunklen klebrigen, leim-oder eben pechartigen Ring unterhalb ihres Blütenstands, an dem oft kleine Insekten kleben. Die Nelke schützt somit ihre Blüten selbst vor potentiellen Schädlingen.

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Blüten müssen nicht unbedingt durch ihre Blütenkronblätter auffallen.
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Die Kleine  Wiesenraute (Thalictrum minus) besitzt besonders auffällige Staubgefäße, die  relativ lang sind und sich im Wind bewegen. Zum großen Teil wird die Pflanze durch den Wind bestäubt, aber es gibt auch Insekten, die in großer Zahl die Pflanze umschwärmen und den Pollen sammeln.

Sehr viel auffälliger in ihrer Farbkombination sind die Blütenköpfe der Alpenaster ( Aster alpinus). Die noch kleinen Pflanzen haben schon kräftig geblüht, was auf Ausbreitung der schönen Art hoffen lässt.
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Und der Feldrittersporn (Consolida regalis) blüht! Die tiefblauen Blüten wirken besonders elegant durch ihren langen Sporn, an dessen Nektar nur Insekten mit langem Rüssel gelangen können. Früher traf man den Feldrittersporn in Deutschland auf Äckern und an Wegrändern ziemlich häufig. Durch den Einsatz von Herbiziden ist er fast überall selten geworden und wird auf der Roten Liste gefährdeter Arten geführt.  Ich hoffe, er fühlt sich auf unserer Trockenmauer dauerhaft wohl.  Als einjährige Pflanze stirbt er nach der Samenbildung ab, überwintert als Same und muss im nächsten Frühjahr wieder neu heranwachsen.
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Ebenfalls nur etwas für Nektarsammler mit langem  Rüssel sind die Blüten der Nachtkerze ( hier vermutlich Oenothera odorata). Die Nachtkerzenblüten öffnen sich erstmalig am späten Nachmittag und Abend und duften dann besonders stark. Ursprünglich stammen Nachtkerzen vom amerikanischen Kontinent und wurden im 17. Jahrhundert in Europa als Zierpflanzen eingeführt. Hier breiteten sie sich  stark aus; vor allem entlang der Bahngleise fällt oft die Gewöhnliche Nachtkerze auf, die noch etwas größer ist und dort in Mengen auftritt.
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Ähnlich wie die Sonnblume richten die Sonnenröschen (Helianthemum spec.) ihre Blüten zur Sonne aus.
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Die meisten ihrer Arten stammen aus dem Mittelmeerraum, sind aber winterhart und könne so dauerhaft südlichen Flair verbreiten.

Zum Schluss noch eine einheimische Schönheit, eine Vertreterin der Königskerzen, die im ganzen eurasischen Raum in unzähligen Arten vorkommen, früher in Klostergärten gezogen wurden und jetzt auch als Bienenweide geschätzt werden: die Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum).
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Keinen Mist gebaut

Am 18. Februar war es wieder so weit: Unser Mistbeet wurde neu befüllt.

Für mich ist es immer wieder das erste Highlight des Gartenjahres, bei dem viele anpacken und an dessen Ende ein tolles Ergebnis steht: ein beheiztes Frühbeet, das ganz ohne fossile Energieträger auskommt.

Ein paar Tage zuvor war eine Fuhre Pferdemist geliefert worden, die wichtigste Zutat.P1060058

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